Gewalt gegen Kinder

Kindesmisshandlung ist eine nicht zufällige körperliche  und seelische Schädigung, die zu Verletzungen, Entwicklungsstörungen oder sogar zum Tode führt. Gewalt gegen die Kinder kann in Formen von  Körperliche, Seelische, Vernachlässigung oder Sexueller Missbrach sein.

Überwiegender Tatort ist die eigene Familie und das nahe Umfeld. Häufig auch spielen sich, fast unbemerkt, subtile Peinigungen ab, die von der Umwelt nicht bemerkt werden.

Körperliche Strafen sind gefährlich und sind als bedeutsamer Faktor für die Entwicklung von gewalttätigen Einstellungen und Aktionen in der Kindheit und im späteren Leben festgestellt worden. Sie stören oder verhindern außerdem eine positive Entwicklung der Kinder sowie positive Formen der Disziplin. Der öffentliche Druck zur Einführung von gesetzlichen Verboten gegen körperliche Strafen ist im Laufe der Zeit größer geworden. Die körperliche Bestrafung von Kindern ist eine grundlegende Verletzung ihrer Menschenrechte.

Aufgrund ihrer raschen körperlichen, geistigen, emotionalen und sozialen Entwicklung sind Kinder verletzlicher gegenüber den Auswirkungen der sozialen Ausgrenzung als Erwachsene. Viele Kinder leben in Familien mit niedrigem Einkommen; in vielen dieser Familien ist kein Elternteil oder für das Kind Verantwortlicher beschäftigt, und die Auswirkungen auf Kinder können sehr schädlich sein (siehe Kasten unten). Kinder von Gruppen, die sozial ausgegrenzt werden (z.B. Obdachlose, Schausteller, ethnische Minderheiten, Asylbewerber und Flüchtlinge, Menschen im ländlichen Raum) stehen häufig vor besonderen Hindernissen beim Zugang zu Rechten, die allen Bürgern offen stehen sollten (z.B. Bildung, Gesundheit, Sozialschutz und Freizeitangebote). Viele Kinder innerhalb dieser Gruppen sind außerdem regelmäßig Diskriminierung, Belästigung und sogar Gewalt ausgesetzt.

Erwachsene üben körperliche Gewalt an Kindern in vielen verschiedenen Formen aus. Häufig ist es Prügel, Schlagen mit Gegenständen, Treten, Boxen, Schütteln, gegen Wände werfen. Daneben werden Kindern Stichverletzungen, Würgen, Vergiftungen, Verbrühungen und Unterkühlungen angetan. Schwerste körperliche Misshandlungen müssen besonders Säuglinge und Kleinkinder erleiden und sind dabei meist Opfer von Vielfachtaten, sind also keine Affekthandlungen.

Seelische Gewalt sind Handlungen am Kind, die zur Zerstörung des Vertrauens zwischen Kind und Bezugsperson führen und dessen Persönlichkeitsentwicklung ganz massiv behindern. Die Schäden sind folgenschwer und mit denen der körperlichen Misshandlung zu vergleichen.

Seelische Gewalt erleidet ein Kind z.B. wenn ihm ein permanentes Gefühl der Ablehnung vermittelt wird. Das geschieht, indem das Kind verglichen, gedemütigt, verspottet oder klein gemacht wird. Auch Überforderung oder Bestrafung durch Liebesentzug, Einsatz von Liebe als Tauschgegenstand, Gleichgültigkeit und Ignoranz ist Gewalt.

Zuwenig oder gar keine Streicheleinheiten sind ebenfalls eine seelische Grausamkeit.

Gravierend sind auch Vorgehensweisen, die dem Kind bewusst Angst machen:

Drohungen, Isolation und  extreme Beschimpfungen des Kindes, Wutanfälle sowie passiv erlebte Gewalt können die Kinder nicht  verarbeiten.

Kinder werden aber auch ganz häufig von den Eltern für deren eigene Bedürfnisse missbraucht, indem sie in Beziehungskonflikte mit hineingezogen werden, z.B. Schlichter spielen sollen oder Puffer zwischen den Eltern, aber auch Aufpasser, Tröster, Ersatz- Gesprächspartner.

Und was die allerwenigsten gerne wahrhaben wollen: Auch überbehütendes Verhalten kann zur seelischen Gewalt ausarten, wenn es zu Abhängigkeit, Unselbständigkeit oder sogar totaler Ohnmacht führt.

Die Vernachlässigung ist sowohl körperliche wie auch seelische Kindesmisshandlung. Kinder werden vernachlässigt, indem Eltern ihnen das Wichtigste verweigern, was ihnen zusteht, die Liebe!

Kinder erleiden vielfach Mangel an Geborgenheit, Akzeptanz, Förderung, Betreuung. Oft werden sie unzureichend ernährt, gepflegt oder gesundheitlich versorgt. Und denken wir an Kinder, die einfach stundenlang irgendwo vergessen, an die Kinder, die in einer verwahrlosten Wohnung qualvoll verhungert sind.

Sexueller Missbrauch eines Kindes liegt dann vor, wenn ein Erwachsener oder auch ein Jugendlicher gezielt ein Kind für seine eigene sexuelle Befriedigung benutzt, zu Handlungen, die das Kind aufgrund seines Entwicklungsstandes nicht verstehen kann und zu denen es auch kein wissentliches Einverständnis geben kann.

 

Nina

 

 

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